APRS

Automatic Packet Reporting System — kurze Datenpakete über Funk zeigen in Echtzeit auf einer Karte, wer und was sich wo befindet: Positionen, Wetter, Nachrichten und Telemetrie.

APRS (Automatic Packet Reporting System) ist ein digitales Funknetz für kurze Datenpakete. Stationen senden auf einer gemeinsamen Frequenz laufend ihre Position, Wetterdaten, kurze Nachrichten oder Telemetrie; wer in Reichweite ist, empfängt sie direkt, und über das Internet werden sie weltweit auf einer Karte sichtbar.

Wie APRS funktioniert

Ein APRS-Gerät sendet in kurzen Abständen ein kleines Datenpaket (auf Basis des Packet-Radio-Protokolls AX.25) — in Europa auf der gemeinsamen Frequenz 144,800 MHz. Bei mobilen Stationen liefert ein GPS-Empfänger die Position. Alle APRS-Stationen in Reichweite empfangen das Paket unmittelbar.

Damit die Pakete auch über grössere Distanzen ankommen, wiederholen Digipeater (digitale Relais) sie automatisch. iGates (Internet-Gateways) speisen die empfangenen Pakete ins weltweite APRS-Internet-Netz (APRS-IS) ein — dort lassen sie sich auf Karten wie aprs.fi live verfolgen, auch ohne eigene Funkanlage.

Was man mit APRS machen kann

APRS ist weit mehr als ein Positions-Tracker. Typische Anwendungen:

  • Fahrzeuge, Wanderer, Wetterballone oder einen Fieldday-Standort live auf der Karte verfolgen
  • Kurznachrichten und Bulletins zwischen Stationen austauschen — ganz ohne Handynetz
  • Wetterstationen betreiben, die Temperatur, Wind und Regen melden
  • Telemetrie- und Sensordaten übertragen
  • Objekte und wichtige Orte markieren (z.B. Notfalltreffpunkte oder Repeater)
  • Not- und Standortmeldungen absetzen (Emergency-Bake)

LoRa-APRS

Eine moderne, günstige Variante ist LoRa-APRS: Statt der klassischen 2-m-Packet-Technik nutzt sie die stromsparende LoRa-Funktechnik auf 433,775 MHz (70-cm-Band). Als Tracker dient ein kleines ESP32-Board mit GPS (z.B. LILYGO T-Beam oder Heltec) für wenige Franken; trotz geringer Sendeleistung sind dank LoRa grosse Reichweiten möglich. LoRa-iGates speisen die Positionen ins selbe APRS-Netz ein — auf aprs.fi erscheinen LoRa-Stationen also gleichberechtigt neben den klassischen. In Europa ist die LoRa-APRS-Abdeckung inzwischen dicht. Mehr dazu: lora-aprs.org.

Mitmachen

Zum blossen Mitverfolgen genügt aprs.fi im Browser — dafür braucht es kein Rufzeichen. Zum Senden gibt es Funkgeräte mit eingebautem APRS (etwa von Kenwood oder Yaesu, meist mit GPS), einen einfachen Tracker am 2-m-Gerät oder ein LoRa-APRS-Board. Eigene Aussendungen setzen ein gültiges Amateurfunk-Rufzeichen voraus.

Geschichte

APRS wurde ab den 1980er-Jahren von Bob Bruninga (WB4APR) an der US Naval Academy entwickelt — ursprünglich, um in Echtzeit zu sehen, wo sich Stationen und Ereignisse gerade befinden. Aus dieser Idee wurde ein weltweites Netz mit zehntausenden Teilnehmern. Bruninga, der «Vater von APRS», verstarb 2022; sein Netz läuft weiter — und wächst mit LoRa-APRS sogar neu.